Strahlende Sieger der Bergfrühling-Classic 2013

14. Mai 2013

Das Siegerteam Ute u. Norbert Schrader erfährt sich innerhalb der letzten 23 Sec seines Zeitfenster den Gesamtsieg. Drei Tage sportliche Teamleistung haben sich ausgezahlt.
Die Classic-Route zu Österreichs höchstem Berg, dem Grossglockner, wird ihnen noch lange in Erinnerung bleiben.

Nach der bestandenen technischen Abnahme am Mittwoch wurden die Teilnehmer an Christi Himmelfahrt um 10.00 Uhr persönlich vom Oberbürgermeister der Stadt Memmingen, Dr. Ivo Holzinger, bei Sonnenschein und 25° Grad Celsius auf die Route geschickt. 340 km lang die Route bis nach Tirol ins Ötztal.
Die Route führte über kleine Straßen, quer durch das Unterallgäu, Ostallgäu mit Blick auf die Königsschlösser nach Tirol. Sehr unterschiedliche Aufgabenstellungen wurden geboten. Diverse Zeitkontrollen waren in der exakten Minute, dem jeweiligen Fahrzeug zugeordneten Zeitfenster, zu durchfahren. Die Startzeiten der Prüfungen innerhalb des Zeitfensters konnten die Teilnehmer individuell handhaben. Somit konnte jedes Team dort kurz halten, wo es ihm gefiel, vorausgesetzt man hatte die vorgegebene Routenführung im Griff. So hatten Teams genügend Zeit, von der Terrasse aus bei einem Espresso die Zugspitze zu betrachten, andere fuhren auf der letzten Minute in Ihrem Zeitfenster durch die Zeitkontrolle. Abends dann der Genuss, die Zimmer des „Hotel Aqua Dome“ zu bewohnen und im Spa Bereich sich verwöhnen zu lassen. In illustrer Runde den Abend bei hervorragender Kulinarik mit gleichgesinnten Freunden den Tag Revue passieren zu lassen. Es gab viel zu erzählen.

Die 2. Etappe begann bei bedecktem Himmel. Dies sollte sich dann bald ändern. Es begann zu regnen und begleitete den Routenverlauf schauerartig die folgenden zwei Tage. Die Etappe führte entlang des Inntals durchs Zillertal, Gerlospass bis zum Grossglockner. Im Nebel wurde die Grossglockner Hochalpenstraße bezwungen. Bei diesem Wetter, eine Herausforderung der besonderen Art. Der höchste Punkt der Route der Bergfrühling-Classic 2013, die Edelweissspitze - 2571m Höhe, wurde befahren. Nicht nur bei Fahrzeugen aus englischer Produktion machte der Regen es den Teams schwer, technische wie witterungsbedingte Probleme, zu meistern. Auch Fahrzeuge der Produktion aus Zuffenhausen hatten so Ihre Probleme.

Die 3. Etappe, 390 km, begann im Land Salzburg und führte in`s Rauristal, am Steinernen Meer vorbei, nach Rattenberg. Nach vorzüglicher Kost im Malerwinkel, ging es am Achensee vorbei nach Partenkirchen. Dort wurden die Teilnehmer bei der Zeitkontrolle von Mitgliedern des Alpen Oldtimer Clubs Garmisch-Partenkirchen empfangen. In Ihrem jeweiligen Zeitfenster verließen alle Teilnehmer die Zeitkontrolle in der Ludwigstraße in Partenkirchen. Mit Durchfahren der Zeitkontrolle gab es aber auch einen Führungswechsel. Das Team Sauber/Sauber musste Ihren MG A MK II Coupe mit Schaden am Lüfter in Führung liegend abstellen. Nun führte das Team Schrader/Schrader auf Porsche 911 Targa das Feld an. Es folgte die WP Ammergebirge, 32 km Länge, 15 Ziele, sehr selektiv und anspruchsvoll zugleich. Nach Ziel 2 ging ein Aufschrei dann durch`s Team - man hatte soeben einen Abzweig verpasst. Die Zeit rannte dahin, jetzt schnell an nächster Stelle drehen. Ein vermeintlicher Waldweg schien dafür geeignet. Das Team war sich bewusst, dass seit der Mittagspause der Rückwärtsgang nicht mehr richtig funktionierte und wollte nun die Wende in einem Zug hinlegen, doch den Parkplatz zum Wenden mit einem Lenkradeinschlag gab es nicht. So musste natürlich ein Stück einer feuchten Frühlingswiese mit überfahren werden. Was man in der aufkommenden Hektik dann aber übersehen hatte, war, dass dieser Feldweg in einer Senke lag, die Wiese durch den Regen entsprechend durchnässt war. Es kam der Stillstand - die Zeit lief. Hilfe nahte von der Organisation - xDrive + Winterreifen mit Normallänge des Abschleppseiles bei der Nässe keine Möglichkeit, da das Bergefahrzeug auch in der Wiese stehen musste. Zwei nette Damen kamen in Ihren Fahrzeugen vorbei, fragten ob Sie helfen könnten. Das Team erklärte, was man benötigte - einen Bulldog. Beide fuhren in die entgegengesetzten Richtungen los. Eine Dame kam schnell zurück. Der Bauer sei nicht zu Hause, ihre Nachricht. Von anderer Seite aber kam dann ein Geräusch, was die Mundwinkel des Teams glücklich stimmen ließ. Dann hinter der Kuppe, in olivgrün, kam er zum Vorschein - der Bulldog. Das Grinsen wurde breiter. Fachmännisch auf der Straße geparkt, kurz an die Seilwinde angehangen, und schon stand der 911 zum 50igsten Geburtstag wieder auf der Straße.

(An dieser Stelle nochmals einen Dank von der Organisationsleitung für die schnelle Hilfe aller Beteiligten vor Ort. Danke, das war Spitze).

Erleichtert und überglücklich das Team. Nun konzentrierte es sich auf die Fortführung der Prüfung. Für die nächste Zielzeit kassierten sie natürlich max. Punkte. Dann ging es normal im Verlauf der Prüfung weiter, ja nicht verfahren war nun oberstes Gebot, hier aufholen durften Sie auch nicht, da die Ziele in der zu fahrenden Zeit zu durchfahren waren. Nach dem letzten Ziel Nr.15 in 850 m Entfernung die nächste Zeitkontrolle. Diese musste innerhalb der laufenden Min innerhalb der Wertungsausschlusszeit von 20 Min bewältigt werden. Rechnerisch wäre dies zu bewältigen. Kommt das Team aber mit der Orientierung klar? Man merkte, wie souverän nun Ziel für Ziel abgearbeitet wurde. Es blieb keine Zeit mehr auf den Parkplatz der Wieskirche zur fahren. Vielleicht ein kurzer Blick links voraus, dann aber Direttissima, 45° rechts, noch 150 m zur rettenden Zeitkontrolle. Das Adrenalin auf Maximalanschlag.

Geschafft!!! Nur 23 Sekunden trennten Sie an dieser Stelle vom Wertungsausschluss.

<Nicht minder möchten wir die Leistung des Teams Sauber / Sauber auf MG A MK II Coupe beschreiben. Den 1. Tag meilenweiter Vorsprung. Super in den Orientierung WP`s gefahren. Die Pausen optimal zur technischen Wiederherstellung des Fahrzeuges genutzt, z.B. auch vorm Grossglockner.
Dann kam aber in der 3. Etappe das technische K.O. Da nach diesem Zeitpunkt keine Bergwertung mehr zu fahren war, war natürlich das Ergebnis ermittelt. Sieger der Bergwertung das Team Sauber /Sauber. Einmal mehr wurde bewiesen, dass man auch mit PS und Hubraum armen Fahrzeugen die Bergwertung gewinnen kann, dies ist definitiv im Gleichmässigkeitssport möglich und zeigt auch das Ergebnis.>

In zügiger Fahrweise folgte das Porscheteam Schrader / Schrader nun dem Roadbook. Im Verlauf die WP 29. Geradezu profimäßig wurde diese Prüfung unter die Räder genommen. Eine Freude aus hinterher fahrender Perspektive hier zuschauen zu dürfen. Dann wurde zügig der weitere Streckenverlauf abgearbeitet. Zeitkontrolle Obergünzburg, Marktplatz. Pause gibt es auch hier für dieses Team keine. In 2:30 Min öffnet sich ihr Startfenster. Diese Zeitkontrolle ist zugleich auch Start der WP Allgäu³, 15 km Länge. Die Zielgerade der Bergfrühling-Classic 2013 naht. Mit 10 Minuten Vorzeit erreichten die Teams das Ziel vorm Rathaus in Memmingen. Alle waren glücklich und bewunderten vor allem die Leistung des Teams Ute u. Norbert Schrader. "Diese Ehebeziehung wurde gefestigt."

Was man gemeinsam begonnen hat, führt man auch gemeinsam zu Ende.
In diesem Sinn wurde die Leistung mit dem Gesamtsieg belohnt.


Sieger im Gesamtklassement:

1. Platz Norbert Schrader / Ute Schrader Porsche 911 Targa 1977
2. Pietro C. Onori / Maria Buchwalder Onori Mercedes Benz 280 SL 1969
3. Platz Guido Lamberts / Gisela Lamberts BMW 325i

Sieger Wertung Bergkönig Pokal (111 km):

Tim Sauber / Nico Sauber MG A MK II Coupe (das PS-schwächste Fahrzeug gewinnt die Bergwertung)

Sieger der Tagesetappen:

1. Etappe 09.05.2013 Tim Sauber / Nico Sauber MG A MK II Coupe
2. Etappe 10.05.2013 Guido Lamberts / Gisela Lamberts BMW 325i
3. Etappe 11.05.2013 Norbert Schrader / Ute Schrader Porsche 911 Targa


An dieser Stelle möchte sich die Organisationsleitung nochmals bei den Teilnehmern mit Ihren wunderschönen Fahrzeugen bedanken.


Wir freuen uns auf das kommende Jahr, 28.-31. Mai 2014 | 5. Bergfrühling - Classic 2014.
Es geht in die Dolomiten und nach Südtirol.